Darf man als Mutter manchmal alles in Frage stellen?
Es gibt so viele Mütter mit Babys in meinem Umfeld, die ihr Kind und die Familie als das größte Glück beschreiben, das man sich nur vorstellen kann. Auch ich finde, dass mein Mädchen ein großes Glück ist. Aber ich gehöre nicht zu den Müttern, die hin und weg sind und auf Wolke 7 schweben und nichts anderes mehr sein möchten als die glückliche Mutti.
Ist das falsch sowas zu denken? Ich bin ganz ehrlich: ich liebe mein Mädchen und genieße es, mit ihr zu spielen, Quatsch mit ihr zu machen und sie zum Lachen zu bringen. An manchen Tagen bin ich aber auch einfach nur froh, wenn das Wetter gut ist und wir lange im Park spazieren gehen können. Ich bin froh, ein bisschen Abstand zu ihr zu haben und ein wenig mehr Freiheit beim Schieben des Kinderwagens. Vielleicht hole ich mir auch noch einen Kaffee oder ein Eis und vielleicht schläft das Mädchen auch so tief, dass sie nicht bemerkt, wenn ich mich auf eine Parkbank setze und ein Buch lese und einfach nur ich selber bin.
Am letzten Samstag Nachmittag haben wir ein befreundetes, kinderloses Paar auf der Straße getroffen. Die beiden haben erzählt, dass sie jetzt in die Stadt gehen, dort etwas essen und den Abend nett bei einem Glas Wein in irgendeiner Bar ausklingen lassen. Bei der Frage "Und was macht ihr?" ist mir bewusst geworden, dass wir das machen, was wir seit 7 Monaten eigentlich jeden Abend machen: wir bringen das Kind ins Bett (was auch mal 1,5 Stunden dauern kann), machen uns etwas zu Essen, schauen fern und gehen dann ins Bett. Wie gerne hätte ich an dem besagten Samstag mein altes Leben zurückgehabt! Einfach mal frei sein, ohne schlechtes Gewissen weil sich das Kind bei Oma und Opa wahrscheinlich einweint und nicht schlafen will.
mamalene am 19. Mai 15
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren